Sommer auf Sardinien

Schach
Samstag, 09.10.2021 / 20:41 Uhr

Stephan Buchal

Endlich wieder „richtiges“ Schach! Insgesamt 65 schachhungrige Senioren trafen sich zu den diesjährigen Europameisterschaften 50+ und 65+ auf Sardinien, darunter eine 14-köpfige deutsche Delegation. Ein Werderaner war auch dabei.

Es war schon die dritte Europameisterschaft, die die Europäische Schachunion in diesem Corona-Sommer ausrichten konnte. Nach der Einzelmeisterschaft in Reykjavik und der Senioren Mannschaftsmeisterschaft in Prag trafen sich die älteren Damen und Herren auf der schönen Insel Sardinien – relativ kurzfristig wurde die Veranstaltung von Polen nach Italien verlegt und fand in dem hübschen TUI-Resort „Janna & Sole“ bei Budoni statt. Bei sommerlichen Temperaturen lockten wahlweise die leeren Strände am Mittelmeer oder die vorzüglichen Pools der Ferienanlage zur "Vorbereitung" auf die Nachmittagsrunden.

Die Eintrittskarte nach Italien bestand in der bekannten 3G-Regel. Auch die Coronaregeln beim Turnier waren ziemlich streng: Fiebermessen vor jeder Partie; das Herumwandern im Turniersaal während und nach der Partie war unerwünscht. Vor allem der permanente Maskenzwang auch während der Partie war sehr gewöhnungsbedürftig und heftig umstritten, beruhte aber auf Anweisung der Behörden und war daher nicht zu ändern. Ein Analyseraum war nicht vorgesehen, aber es gab genügend Schachbretter und man konnte die Partien bei bestem Wetter und einem leckeren Kaltgetränk draußen analysieren. Die Turnieratmosphäre war jederzeit freundlich und familiär. Alle erfreuten sich am schönen Schachurlaub.

Es war sicherlich auch eine Folge der Pandemie, dass die Teilnehmerfelder sowohl quantitativ als auch qualitativ eher schwach besetzt waren - euer Berichterstatter konnte sich als Dritter der Setzliste bei 65+ sogar Hoffnungen auf eine Top-Platzierung machen. Aber der Stoßseufzer „Alter Schwede“ bekam in diesem Turnier eine ganz neue Bedeutung: In den Runden 2,4,5 und 7 musste ich durch die „schwedische Phalanx“ und zog mit 1,5 aus 4 den Kürzeren. Das Turnier war damit für mich gelaufen und mit insgesamt 5 Punkten aus 9 Partien und einer ELO-Bilanz von -18 musste ich als Elfter die Heimreise antreten.
Fazit: Das Erlebnis war besser als das Ergebnis!

Die Heldinnen und Helden des Turniers waren andere: Allen voran Annett Wagner-Michel aus Berlin, die in der Sektion 65+ einen hervorragenden 7. Platz belegte, gegen drei Internationale Meister 2,5 Punkte erzielte und überlegen Europameisterin wurde. Den Titel bei den Männern konnte sich der israelische IM Nathan Birnboim sichern, der wenige Wochen zuvor in Prag schon Europameister mit der israelischen Mannschaft geworden war.

In der 50+-Gruppe kam es in der 7. Runde zu einer besonders unglücklichen Begegnung: Die Eheleute Ingrid Lauterbach / Klaus Bischoff lagen beide aussichtsreich im Rennen um den EM-Titel und wurden gegeneinander gelost: Klaus gewann und konnte in der Endabrechnung mit 7 aus 9 die Silbermedaille hinter dem Italiener Fabrizio Bellia gewinnen, während Ingrid in der Schlussabrechnung auf Platz 4 zurückfiel. Hier gewann die Russin Elena Krasenkova.

Immerhin hatte ich mir nach der Schussrunde noch einen freien Tag gegönnt und konnte mit meinen Berliner Freunden ausgiebig den nördlichen Teil dieser wunderschönen Insel genießen!

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