Inklusion gemeinsam vorantreiben

Schwerbehindertenvertreterin Cathrin Lilienthal über die besondere Bedeutung von Sport

Cathrin Lilienthal in der Bolzerei
Cathrin Lilienthal: "Inklusion bedeutet für mich, dass jeder Mensch akzeptiert wird." (Foto: WERDER/Sarah Rauch).
WERDER BEWEGT
Mittwoch, 27.10.2021 / 11:58 Uhr

Von Marie Berner

Ob auf dem Fußballfeld, im privaten Umfeld oder am Arbeitsplatz: Inklusion erfolgreich zu leben, bedeutet, gemeinschaftlich zu agieren. Zusammen mit der Sparkasse Bremen als offizieller Inklusionspartner verfolgt der SV Werder Bremen seit mehreren Jahren ein gemeinsames Ziel: Der Zugang zu Sport soll so niedrigschwellig wie möglich angeboten werden, sodass jeder Mensch, unabhängig von Beeinträchtigung oder Handicap, teilhaben kann. Zeitgleich soll Sport auch als Vehikel für die Integration von Menschen mit sichtbaren oder nicht sichtbaren Einschränkungen in die Gesellschaft verstanden werden.

Die Erfahrung, dass sportliche Betätigung zudem essenziell für das eigene Selbstvertrauen sein kann, machte auch Cathrin Lilienthal, Schwerbehindertenvertreterin der Sparkasse Bremen. Im zweiten Teil unserer WERDER.DE-Reihe "Inklusion fängt bei dir an" anlässlich des Spieltags für Inklusion am Samstag, 30.10.2021, gegen den FC St. Pauli stellen wir sie vor.

Seit über 26 Jahre arbeitet Cathrin Lilienthal als Kundenberaterin, 2018 übernahm sie außerdem die Position der offiziellen Schwerbehindertenvertretung der Sparkasse Bremen. Seitdem fungiert sie als Vertrauensperson und kümmert sich um die Belange von Kolleg:innen, die eine Beeinträchtigung oder ein Handicap mit sich bringen. "Inklusion bedeutet für mich, dass jeder Mensch akzeptiert wird, egal, ob mit oder ohne Einschränkung", erzählt die 44-Jährige und fügt hinzu: "Für die Kolleg:innen, die eingeschränkt sind, möchte ich mich aber im besonderen Maße einsetzen und gemeinsam mit ihnen Probleme lösen, damit sich alle am Arbeitsplatz wohlfühlen und ihrer Tätigkeit nachgehen können."

Gesprächsführerin, Unterstützerin und Sorgentelefon

Zu ihren Aufgaben gehören neben der Unterstützung bei Antragsstellungen auch die mit Mitarbeit im Team für Betriebliches Wiedereingliederungsmanagement (BEM) sowie das Führen von BEM-Gesprächen. "Manchmal bin ich aber auch einfach nur das Sorgentelefon. Betroffene Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen rufen mich dann als Bezugsperson an und erzählen mir von ihren Anliegen", verrät Cathrin Lilienthal. Es sei dann wichtig, ihnen Verständnis entgegenzubringen und sie bei Bedarf zu ermutigen, offen mit dem Arbeitgeber sowie den anderen Kolleg:innen zu kommunizieren. Zwei Tage in der Woche ist Cathrin Lilienthal von ihrer eigentlichen Arbeit als Kund:innenberaterin freigestellt, um ihrer Tätigkeit als Schwerbehindertenvertretung nachzugehen.

Ausgelöst durch eine eigene Erkrankung fing sie an, sich tiefergehend mit Inklusionsthemen und dem besonderen Stellenwert von Sport und Bewegung auseinanderzusetzen: "Nachdem ich krank wurde, konnte ich manche Dinge nicht mehr, die früher kein Problem waren. Darunter litt mein Selbstbewusstsein. Aber je häufiger ich mich bewegt und sportlich betätigt habe, desto mehr habe ich mir wieder zugetraut." Diese Erfahrungswerte möchte sie ihren Mitarbeiter:innen auf den Weg geben.

Sport als Brücke zu mehr Selbstvertrauen

Im Zuge der Rückgewinnung oder Stärkung des eigenen Selbstvertrauens kann der SV Werder Bremen durch sein vielfältiges Sport- und Bewegungsangebot eine wichtige Rolle spielen. "Der Vorteil von Vereinssport ist natürlich, dass neue Kontakte geknüpft werden können. Betroffene sehen automatisch, was andere können, die vielleicht noch stärker eingeschränkt sind als sie selbst. Das fördert das Selbstvertrauen und macht Mut, nicht aufzugeben", erklärt die Schwerbehindertenvertreterin.

Das gemeinsame Ziel der Sparkasse Bremen und des SV Werder Bremen spiegelt sich in vielen Arbeits- oder Sportbereichen des täglichen Lebens wider. Sichtbarkeit, Einsatz und das Hinterfragen der eigenen Privilegien sind auf dem Weg zu einer inklusiveren Gesellschaft unabdingbar. Cathrin Lilienthal hat diese Bedeutung verinnerlicht: "Ich engagiere mich, weil ich merke, dass es mir guttut und ich etwas zurückgeben möchte. Ich will meinen Kolleg:innen sagen: 'Wenn ich das schaffen kann, kannst du das erst recht!'"

Die CSR-Arbeit des SV Werder Bremen wird mit Unterstützung unserer CSR-Partner umgesetzt. Seit Jahren fördern sie die Projekte und Programme von WERDER BEWEGT-LEBENSLANG und leisten so einen wertvollen Beitrag zur Umsetzung des sozialen und gesellschaftlichen Engagements der Grün-Weißen. Informationen zu unseren Sponsoren findet ihr hier.

 

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